© Torsten Mitsch

stuck

stuck schenkt Zeit, über das Vorwärtsschreiten, Rückwärtsschreiten und Auf-der-Stelle-Treten nachzudenken.
Doris Uhlich

Wir mit unserer Erfahrung als bildende Künstler*innen und Performancekünstler*innen wollten uns mit dem Tanz, mit dem Fokus auf unsere Körper als Werkzeug und Medium auf ein ganz neues Feld begeben. Auch dass wir die ‚Regie‘ an jemand anderes abgeben, hat uns schon immer interessiert.
Gabriele Oßwald, Wolfgang Sautermeister

Gabriele Oßwald und Wolfgang Sautermeister, zwei ältere Performancekünstler*innen, Gründer*innen und ehemalige Leiter*innen des Künstlerhauses zeitraumexit in Mannheim, fragten Doris Uhlich vor zwei Jahren, ob sie Interesse an einer künstlerischen Zusammenarbeit hätte: „Ein Tanzstück mit dir als Choreografin ist noch unser Traum.“ Es entstand stuck – eine Bewegungsrecherche, die sich den Grenzen und dem Verfall von Bewegung widmet, die Suche nach einem „unbeweglichen Tanz“. Mikroskopische Vibrationen einer stillgestellten Dramaturgie geraten in den Mittelpunkt. Gabriele Oßwald und Wolfgang Sautermeister bewegen sich im leeren Raum, ohne ein einziges Wort zu sagen, ohne langanhaltende Begegnung und Berührung, ohne ihre Gesten und Schritte zu synchronisieren. Sie scheinen außerhalb der Zeit zu stehen und exponieren sich im Akt eines melancholischen Rückzugs und in Sequenzen des Zauderns oder Unterlassens. Die Still-Acts ihres Daseins pointieren eine Wendung nach innen, die im Laufe der Performance jedoch zu Unruhemomenten führt und die Tanzpoesie der Stasis in kleine Explosionen verwandelt. Sichtbar werden somit die Dynamiken, die der Bewegungslosigkeit und des Nicht-Weiterkommens innewohnen.

Wie sieht Tanz jenseits der Erwartungen an Bewegung, Kontinuität und Handlung aus? stuck bringt die Idee des Tanzes als Aktion und die Logik der eindeutigen Zeichensetzung und Kommunikation in eine Krise. Doris Uhlich eröffnet einen choreografischen Raum, in dem Erfahrungen des Verlusts, Gefühle der Ohnmacht, Affekte des Melancholischen erkundet werden.

Elemente früherer Performances von Gabriele Oßwald und Wolfgang Sautermeister wurden in der Choreografie aufgegriffen und in Zusammenarbeit mit Doris Uhlich weiterentwickelt.

Choreografie Doris Uhlich
Performance Gabriele Oßwald, Wolfgang Sautermeister
Dramaturgische Beratung Boris Kopeinig, Theresa Rauter
Lichtdesign Sergio Pessanha
Sound selection Boris Kopeinig
Kostüm Zarah Brandl
Produktion Sebastian Lorenz, Margot Wehinger
Presse, Kommunikation Jonathan Hörnig
Internationale Distribution Something Great

Vorpremiere 18/01/2020 / zeitraumexit Mannheim

Premiere 24/01/2020 / Tanzquartier Wien

Weitere Aufführungen 25/01 & 30/31/01 & 01/02/2020

Eine Koproduktion von Tanzquartier Wien und insert (Theaterverein). Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Mannheim sowie vom Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e. V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.

insert (Theaterverein) wird durch die Kulturabteilung der Stadt Wien und das Bundeskanzleramt Österreich gefördert.

Die Bilder können unter Angabe der Foto-Credit honorarfrei abgedruckt werden.