© Doris Uhlich

 

insert.eins / eskapade

„insert.eins/eskapade“ ist Film und Theater: die Aufführung im Bellariakino findet ihre Fortsetzung in dietheater künstlerhaus.

Das Bellariakino wurde 1911 erbaut und liegt direkt hinter dem Volkstheater. Es ist ein altes, verstaubtes Kino, mit einem Foyer, einem schmalen und langen, samtverkleideten Kinosaal, in dem es vor der Leinwand eine 6 mal 1 meter große Bühne gibt und am hinteren Ende einen kleinen Raum für den Filmvorführer. Das Foyer ist zum Kinosaal mit Türen verbunden, der kKnosaal hat wiederum Türen, die direkt auf die Strasse führen. Jeden Nachmittag um 16.00 uhr werden (Ufa)filme der 30-er und 40-er Jahre gezeigt. Ein Stammpublikum, Durchschnittsalter 75 Jahre, schaut sich täglich diese Filme an.

„Zunächst wollte ich den Starkult, die Gefühlswelt, die Körperlichkeit verstehen, die im Bellariakino jeden Tag zelebriert werden. Als Tänzerin und Choreografin untersuchte ich die Flme, den Kinoraum und das Setting in Bezug auf „Annäherung“, schließlich konzentrierte ich mich immer mehr auf (Selbst)berührungsgesten. Es folgten eine ausführliche Filmrecherche im Bellariakino und im Filmarchiv Austria und Gespräche über körperliche und gesellschaftliche Aspekte in den Filmen dieser Zeit mit dem Historiker Frank Stern, der Filmtheoretikerin Elisabeth Büttner und Thomas Ballhausen vom Filmarchiv Austria.“ (Doris Uhlich)

Ausgangspunkt des Körpermaterials sind (Selbst)berührungsgesten von Paula Wessely und Zarah Leander aus Filmen produziert in Österreich/Deutschland von 1933 bis 1945.
Die Gesten prallen in Körpern unterschiedlichen Alters und in Menschen mit unterschiedlichen Biografien aufeinander.

Am 3. und 4. März 2006 findet wie gewohnt die Filmvorführung um 16 uhr statt, Auf dem Programm steht der Film „Maskerade“ (1934, von Willi Forst mit Paula Wessely).

Das Interesse liegt in der unvorhersehbaren Situation, wenn sich Bellariastammpublikum/Kinopublikum mit Theaterpublikum vermischt, wenn die Filmgeste der „heilen Filmwelt“ sich von der Leinwand löst, bis sie in der Black Box des Theaters landet, um sie durch das entwendende Zitieren im Aufprall auf gegenwärtige Körper und Biografien neu zu formulieren, zu berühren.

„Die Spieler/innen lernte ich kennen auf der Straße, im Volksgarten, auf der Seniorenmesse, in Pensionistenclubs, in der Pensionistenzentrale, ich telefonierte mit dem Erinnerungstheater Wien, mit einer ehemaligen Musikpädagogin am Konservatorium, fragte Menschen in der Straßenbahn, "Entschuldigung, Sie gefallen mir. nicht so, wie Sie meinen. Darf ich sie etwas fragen? Mein Name ist Doris Uhlich und ich suche einen älteren Herrn für ein Theaterprojekt“. (Doris Uhlich)

Konzept Doris Uhlich
Dramaturgische Begleitung
Christine Standfest
Mit Hans Breitschopf, Peter Fenz, Uschi Halmágyi, Pauline Haslinger, Irma Jindra, Herta Kressnik, Martin Nechvatal, Frédéric Nedoma-Ohnhäuser, Susanna Peterka, Helene Schmidhuber, Otto Schödl, Franz Stockhandl, Elfie Sus, Doris Uhlich, Ilse Urbanek, Werner Vockenhuber und weitere Gäste.
Licht Andrea Korosec

Mit Unterstützung von imagetanz artist in residence, dans in kortrijk, Kulturabteilung der Stadt Wien

Uraufführung 03. und 04. 03. 2006, Bellariakino Wien und dietheater künstlerhaus, im Rahmen von imagetanz 2006

Biografien

Dkfm. Mag. Hans Breitschopf, geboren 1938 in Wien, 1947-1952 Mitglied der Wiener
Sängerknaben, 1956-1961 Mitglied des Akademie-Kammerschores Wien, 1961-1975 Mitglied Musica Antiqua und Clemencic Consort Wien, 1963 Abschluss Hochschule für Welthandel mit Diplom, 1964-1993 berufstätig in Wirtschaft und Industrie-Betriebsorganisation etc., seit 1972 nebenberuflich Chorleiter und Musiker, 1993-2000 selbständig mit cd-Musikfachhandel, 2000-2005 Studium der Kunstgeschichte in Wien, Spieler in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Peter Fenz, geboren 1938, Volksschule, Hauptschule, Lehre, 40 Jahre Angestellter, Garderobier im Theater an der Wien, „nach 7 jahren Pension entdeckte mich Frau Doris Uhlich als Komparse“, Spieler in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Ursula Halmágyi
, geboren 1938 in Weidenau/sudetenland, 1960-1965 Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste wien, 27 Jahre Kunsterzieherung am Bundesgymnasuim Hollabrunn, freischaffende Künstlerin, Teilnahme an Symposien, Auszeichnung durch die Biennale „grafix 2005“ in Boeclav, 2004/2005 künstlerische Leiterin der Stadtgalerie Hollabrunn, 2005 Obfrau des Vereins „grenzart“ in Hollabrunn, Mitwirkung bei „anatomie sade/wittgenstein“ (theatercombinat) 2002/2003, Spielerin in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Pauline Haslinger, genannt „Hasi“, geboren 1929 in Texing, am Bauernhof der Großeltern aufgewachsen, landwirtschaftliche Hauswirtschaftsschule, 1953 geheiratet, tätig in der Bundesanstalt für Lebensmitteluntersuchung, seit 1989 in Pension, als sie 42 Jahre alt war ist ihr mann verstorben, 3 Kinder, 8 Enkel, 1 Urenkel, Spielerin in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Irma Jindra
, geboren 1914 in Gaming, Volksschule und Bürgerschule, Kinderbetreuerin bis 1939, 1939 Eintritt in die Krankenpflegeschule im AKH Wien, Krankenschwester im AKH bis zur Pensionierung 1974.
Herta Kressnik, geboren 1958 in Gmünd, nach Pflichtschuljahren in Wien gelandet, seit 26 Jahren im Kinodienst in verschiedenen Bereichen tätig (Einkäuferin, Kassiererin, Billeteuse etc.), Kinodienst im ehemaligen Erikakino, Admiralkino und Bellariakino.
Martin Nechvatal, geboren 1976, 1993 erster Kurzfilm „Das Wiener Kettensägenmassaker“, Kurzfilmpreise, 2004 erster Langspielfilm „Leben einen Tod lang“, seit 1993 Vortragender zum Thema Masken/special Make-up Effects, Filmvorführer im Schikaneder- und im Bellariakino.
Frédéric Nedoma-Ohnhäuser, geboren 1921 in Wien als Friedrich Johann Viktor Nedoma, Handelsschule, geprüfter Bilanzbuchhalter, Datenverarbeitungskaufmann, künstlerische Ausbildung mit Abschlusszertifikat in der künstlerischen Volkshochschule Lazarettgasse, Ausstellungen: Lazarettgasse, Universität Wien, WUK, Marktgasse, Acrylbild für die publizierte Doktorarbeit „Letzter Werkelmann“ von Gerda König, Spieler in „insert.eins/eskapade“, „0033142553201“, „und“.
Susanna Peterka, geboren 1948 in Wien, Bürotätigkeit seit 1964, im Bundesdienst seit 1980, Mitwirkung bei „anatomie sade/wittgenstein“ (theatercombinat) 2002/2003 und „belagerung bartleby“ 2004 im Hau 1 (Regie:Claudia Bosse), Spielerin in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Helene Schmidhuber, geboren 1940, Mutter von 2 kindern, verheiratet, Autodidakt auf allen Linien, sportbegeistert und vielseitig interessiert, Spielerin in „insert.eins/eskapade“.
Otto Schödl, geboren 1930, Matura, Graphische, 32 Jahre Beruf in der Industrie, Fotografie, Werbung, 50 Jahre verheiratet, jetzt Witwer, Pensionist seit 1990, Interesse an Computer und Video, filmen und filmemachen, Spieler in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Dipl. Ing. Franz Stockhandl, geboren 1942, Verkäuferlehre, Allgemeinmechanikerlehre, 5 Jahre in der Werksätte eines physikalischen Forschungsinstitutes, Meisterprüfung, Werkstättenleiter, Matura auf dem 2. Bildungsweg, Rechnungsprüfer in der Bundeswirtschaftskammer in der Buchhaltung, Studium für Maschinenbau, 1990–2003 Vertragslehrer, Pensionist seit 2003, Spieler in „insert.eins/eskapade“.
Christine Standfest
, geboren 1963, studierte Literaturwissenschaft und Pädagogik in Berlin und Lancashire, Übersetzungen, Rundfunkarbeiten, Redaktionstätigkeit, lange Zeit beteiligt an „neuen sozialen Bewegungen“. Seit 1997 theatercombinat, ab 1999 theatercombinat wien.
Elfriede Sus
, geboren 1943, Berufschule, kaufmännische Lehre (Bürokaufmann), Buchhaltung, arbeitstätig in einem Notariat bis zur Pensionierung 2000, Mitwirkung bei „anatomie sade/wittgenstein“ (theatercombinat) 2002/2003, artist in residence-aufenthalt mit Doris Uhlich „dans in kortrijk“ 11/2005, Spielerin in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Ilse Urbanek, geboren 1935 in Waidhofen/Thaya, Dr. phil., 3 Kinder, 5 Enkelkinder, nach Arbeit als technische Zeichnerin 28 Jahre lang AHS-Lehrerin und Schulbibliothekarin, Textautorin und Darstellerin bei „Frauen führen sich auf“ (femin. Projekt der Uni Wien), Mitwirkung bei „anatomie sade/wittgenstein“ und „die perser“ (theatercombinat) 2002/2003 und 2006, Spielerin in „insert.eins/eskapade“, „und“.
Werner Vockenhuber, geboren 1943 in Wien, Ausbildung: Beruf des Werkzeugmachers 1958-1962, HTL-Maschinenbau 1962-1966 TGM Wien/Abendschule, Realgymnasium 1968-1972 Wien/Abendschule, Universitätslehrgang für Werbung und Verkauf 1974-1976, Wirtschaftsuniversität Wien/Abendschule, div. Seminare/Mitarbeiterführung, Mediator, berufliche Laufbahn: Werkzeugmacher 1962-1964, techn. Kaufmann 1964-1968, Produkt-manager 1969-1976, Verkaufsleiter/Prok. 1976-1983, Geschäftsführer – deutscher Konzern 1984-2005, seit 1.7.2005 in Pension, Klavierspielen, Hang zum Theater, Psychologie, Sport, Spieler in „insert.eins/eskapade“, „0033142553201“, „und“.

Die Bilder können unter Angabe der Fotocredits honorarfrei abgedruckt werden.